Wenn ein Patient mir zum ersten Mal gegenübersitzt und über eine Dioptrienkorrektur nachdenkt, beginnt das Gespräch fast nie mit der Frage, welche Methode die beste ist. Es beginnt mit dem Leben. Mit dem Beruf, dem Alltag, Sport, müden Augen am Ende des Tages, mit störenden Brillen und Kontaktlinsen, die man in bestimmten Lebensphasen einfach nicht mehr verträgt. Mich interessiert, wann die Fehlsichtigkeit am meisten einschränkt, wovor der Patient beim Eingriff Angst hat und welches Sehen er sich wirklich wünscht. Erst aus diesen Antworten entsteht die passende Lösung.
Als Augenärztin bin ich überzeugt, dass eine Dioptrienkorrektur niemals eine pauschale Entscheidung sein darf. Erst nach einem ausführlichen Gespräch, einer sorgfältigen Untersuchung und präzisen Messungen kann ich beurteilen, welche Methode der Fehlsichtigkeitskorrektur für eine Person langfristig sicher und tatsächlich geeignet ist. Immer wieder überrascht mich, dass viele Patient:innen ausschließlich die Laserbehandlung kennen. Deutlich weniger wissen, dass mit der phaken Intraokularlinse eine wirksame Alternative zum Laser zur Verfügung steht.
Ich erinnere mich an einen Patienten, von Beruf Chirurg, der zu mir zur präoperativen Abklärung kam, weil er seine Dioptrie korrigieren lassen wollte. Die Brille behinderte ihn zunehmend bei der Arbeit, beschlug während Operationen, und Kontaktlinsen waren aufgrund langer Dienste, nächtlichen Bereitschaften und trockener Augen keine akzeptable Lösung mehr. Wie viele andere dachte auch er zunächst an eine Laserbehandlung, da ihm die Möglichkeit einer phaken Linse völlig unbekannt war. Nach den Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass aufgrund der Beschaffenheit seiner Hornhaut ein Lasereingriff für ihn nicht die optimale Lösung gewesen wäre.
Als ich ihm erklärte, dass für ihn aufgrund der dünneren Hornhaut eine Dioptrienkorrektur mit phaker Intraokularlinse besser geeignet sei, wollte er verständlicherweise mehr darüber erfahren. Ich erläuterte, dass bei diesem Eingriff die Hornhaut nicht ausgedünnt wird, die Erholungszeit kurz ist und der Eingriff bei Bedarf sogar reversibel sein kann. Am Ende des Gesprächs entschied er sich mit großem Vertrauen für die empfohlene Methode. Seine Geschichte ähnelt jener vieler Patient:innen, die zunächst glauben, der Laser sei der einzige Weg zu einem Leben ohne Brille obwohl es für sie eine geeignetere Lösung gibt.
Bei der Dioptrienkorrektur mit phaker Intraokularlinse wird eine äußerst dünne und flexible Linse in das Auge eingesetzt, häufig als ICL bezeichnet. Diese Abkürzung steht für implantierbare Kontaktlinse. Die Linse wird über einen kleinen Schnitt hinter der Iris und vor der natürlichen Augenlinse positioniert. Sie ist im Auge vollkommen unsichtbar und für den Patienten nicht spürbar. Wichtig ist, dass der Eingriff die Form des Auges nicht verändert und die Hornhaut nicht schwächt, ein wesentlicher Vorteil dieser Methode der Fehlsichtigkeitskorrektur.
Genau deshalb empfehle ich die Dioptrienkorrektur mit phaker Intraokularlinse insbesondere Patient:innen, für die eine Laserbehandlung nicht ideal ist. Dazu zählen Personen mit höheren Dioptrienwerten, mit dünner oder unregelmäßig geformter Hornhaut sowie Patient:innen mit sehr trockenen oder empfindlichen Augen. In meiner täglichen Praxis beobachte ich, dass im Vergleich zur Laseroperation deutlich seltener Beschwerden wie trockene Augen auftreten.
Was mich an der Dioptrienkorrektur mit phaker Intraokularlinse immer wieder begeistert, sind die Rückmeldungen nach dem Eingriff. Bereits bei der ersten Kontrolle berichten Patient:innen von klarerem Sehen, besserem Kontrast und weniger Blendung bei Nacht. Die Momente, in denen jemand nach vielen Jahren erstmals ohne Brille die Welt scharf wahrnimmt, sind oft sehr emotional. Genau diese Rückmeldungen zeigen mir immer wieder, dass die Korrektur mit phaker Linse kein Kompromiss ist, sondern bei entsprechender Indikation die beste Lösung für dauerhaft exzellentes Sehen.
Ich verstehe die Bedenken gegenüber einem künstlichen Material im Auge. Deshalb nehme ich mir stets Zeit zu erklären, dass phake Intraokularlinsen aus biokompatiblem Material bestehen, das in der Ophthalmologie seit Jahrzehnten sicher eingesetzt wird. Dieses Material verursacht keine Entzündungs- oder Abstoßungsreaktionen und ist so konzipiert, dass es stabil bleibt und langfristig eine hohe Sehqualität gewährleistet. Beruhigend ist zudem, dass der Eingriff reversibel ist und die Linse bei Bedarf entfernt oder ausgetauscht werden kann, etwa im Rahmen einer späteren Kataraktoperation.
Aufgrund meiner Erfahrung sehe ich die Dioptrienkorrektur mit phaker Intraokularlinse keineswegs nur als zweite Wahl, wenn eine Laserbehandlung nicht möglich ist. Für mich ist sie eine ausgezeichnete und langfristig effektive Lösung für all jene, bei denen eine Laseroperation nicht die optimale Option darstellt.
