Zusammenfassung des Artikels
Monovision auf einen Blick
- Bei der Monovision sieht ein Auge scharf in der Ferne, das andere in der Nähe.
- Die Lösung eignet sich für Kurzsichtige zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr, wenn die Alterssichtigkeit einsetzt.
- Monovision erreichen wir durch einen Laser-Eingriff, bei dem wir an einem Auge eine leichte Unterkorrektur für die Nähe belassen.
- Die Gewöhnung dauert einige Monate; der Erfolg hängt von der richtigen Auswahl geeigneter Patienten und der eigenen Motivation ab, die Unabhängigkeit von einer Lesebrille zu bewahren.
- Wenn sich jemand nicht an den Unterschied gewöhnt, kann das andere Auge später vollständig für die Ferne korrigiert werden.
- Monovision mit Laser ist eine vorübergehende Lösung, während eine Operation mit Einsetzen einer multifokalen Linse dauerhaft ist und das Sehen in der Nähe und in der Ferne an beiden Augen verbessert.
Was ist Monovision
Nach dem vierzigsten Lebensjahr verliert die natürliche Linse im Auge allmählich an Elastizität, und das Nahsehen verschlechtert sich. Dies nennen wir Alterssichtigkeit. Eine der Lösungen ist die Monovision, bei der wir ein Auge mit einem Laser-Eingriff für scharfes Sehen in der Ferne korrigieren, das andere für die Nähe. Im Alltag wählt das Gehirn jeweils das Bild, das für die betreffende Entfernung schärfer ist. Das andere wird in den Hintergrund gedrängt. Die Folge ist, dass Sie bei den meisten Tätigkeiten keine Brille benötigen.
Die Lösung mit einer Laseroperation, bei der wir Monovision erzeugen, ist nicht dasselbe wie eine Operation mit dem Einsetzen einer multifokalen Linse. Im ersten Fall handelt es sich um eine vorübergehende Lösung. Mit einer leichten Anpassung der Dioptrie eines Auges für die Nähe können wir ein zusätzliches Jahrzehnt ohne Lesebrille ermöglichen. Die Operation mit dem Einsetzen einer multifokalen Linse ist eine dauerhafte Lösung, bei der beide Augen gut in der Nähe und in der Ferne sehen.
Wie wir Monovision erreichen
Monovision erzeugen wir durch eine Laseroperation. Am häufigsten kommt sie bei Kurzsichtigen zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr infrage, wenn sich die Alterssichtigkeit bemerkbar macht. Am führenden Auge beseitigen wir die Kurzsichtigkeit mit dem Laser vollständig, sodass dieses Auge scharf in der Ferne sieht. Am anderen Auge belassen wir absichtlich eine kleine Kurzsichtigkeit, was wir Unterkorrektur nennen. Dieses Auge sieht in der Ferne etwas weniger scharf, dafür aber gut in der Nähe. Da beide Augen nur geringfügig unterschiedlich eingestellt sind, verbindet das Gehirn sie ohne Schwierigkeiten zu einem einheitlichen Bild.
Ich selbst habe seit fast zehn Jahren Monovision und habe in dieser ganzen Zeit keine Brille gebraucht. Ich kann es selbst noch immer kaum glauben, dass das möglich ist. Es stimmt allerdings, dass man sich am Anfang daran gewöhnen musste. Diese Gewöhnung dauerte einige Monate, nicht Tage oder Wochen. Über meine eigene Erfahrung habe ich im Artikel Wie es um mein Sehvermögen 7 Jahre nach der Laseroperation der Fehlsichtigkeit steht geschrieben.
Für wen Monovision geeignet ist
Ob Monovision die richtige Wahl ist, hängt nicht nur von der Dioptrie ab. Entscheidend ist die Motivation, also der Wunsch nach einem Leben ohne Brille. Wer sich leichter daran gewöhnt, lässt sich im Voraus schwer vorhersagen, da es dafür keine feste Regel gibt. Manche sagen schon zu Beginn klar, dass sie sich Augen mit unterschiedlichem Sehen nicht vorstellen können. In diesem Fall planen wir keine Monovision, was eine völlig nachvollziehbare Entscheidung ist.
Gerade deshalb sprechen wir bereits vor dem Eingriff über die Erwartungen. Hilfreich ist die Frage, was sich die einzelne Person von ihrem Sehvermögen wünscht. Gemeinsam beurteilen wir, ob Monovision sinnvoll ist und welcher Unterschied zwischen den Augen noch angenehm wäre.
Worin der Kompromiss besteht und wie lange die Gewöhnung dauert
Bei der Monovision handelt es sich um einen Kompromiss, den ich bei der präoperativen Untersuchung ausführlich erkläre, wenn wir über diese Möglichkeit sprechen. Das für die Nähe eingestellte Auge sieht in der Ferne etwas weniger scharf, während das für die Ferne eingestellte Auge in der Nähe mehr Anstrengung erfordert. Beim Sehen mit beiden Augen bemerken die meisten dies nicht, da das Gehirn die Bilder verbindet.
Die Gewöhnung verläuft schrittweise und dauert normalerweise einige Monate, nicht Tage oder Wochen. In dieser Zeit lernt das Gehirn, welches Auge für welche Entfernung zu verwenden ist. Bei sehr präzisen Tätigkeiten in der Ferne oder bei längerem nächtlichem Fahren kann manch einer die volle Schärfe auf beiden Augen vermissen. In solchen Fällen kann man sich mit einer dünnen Korrekturbrille behelfen.
Die Entscheidung für Monovision ist nicht endgültig
Bei jenen, die sich nicht an den Unterschied gewöhnen, kann das andere Auge später zusätzlich für volle Sehschärfe in der Ferne korrigiert werden. Das stellt die Symmetrie der Sehschärfe wieder her. Für gutes Sehen in der Nähe ist dann eine Lesebrille erforderlich. Gerade diese Möglichkeit nimmt einen großen Teil der Sorge vor der Entscheidung.
Bei anspruchsvolleren oder unentschlossenen Personen helfe ich mir vor einer dauerhaften Entscheidung mit einem Test. Mit passend ausgewählten Kontaktlinsen erzeugen wir für einige Zeit denselben Effekt, den die Operation hätte. So zeigt sich bereits im Voraus, für wen Monovision nicht geeignet ist. Ich wäge stets auch andere Möglichkeiten ab. Wenn das Hauptproblem ein schlechteres Nahsehen ist, kann eine Operation mit Einsetzen einer Kunstlinse besser geeignet sein. Personen, die keine geeigneten Kandidaten sind, rate ich manchmal aufrichtig, sich an eine Brille zu gewöhnen. Die beste Lösung ist nicht für alle gleich. Es ist diejenige, die zum individuellen Sehvermögen, den Erwartungen und der Bereitschaft zu Kompromissen passt.
