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Natürliches Ergebnis nach einer Blepharoplastik: Warum weniger oft mehr ist

Jasna Perković, dr. med.

Jasna Perković, dr. med.
Fachärztin für Augenheilkunde

1425-6 min22. 07. 2026

nach dem Eingriff

Die häufigste Sorge bei der Entscheidung für eine Blepharoplastik ist nicht der Schmerz. Oft ist es auch nicht die Erholungsphase. Meistens ist es die Angst, dass das Ergebnis offensichtlich aussehen könnte. Dass die Augen nach der Operation zu weit geöffnet wirken, der Ausdruck anders ist und das Gesicht weniger wie man selbst aussieht. Diese Sorge ist verständlich. Bei einer Lidoperation ist ein gutes Ergebnis nicht jenes, bei dem das Umfeld den Eingriff bemerkt, sondern jenes, bei dem das Gesicht erholter wirkt und der Blick wiedererkennbar bleibt.

Die Angst, operiert auszusehen

Beim Beratungsgespräch beginnt das Gespräch oft mit sehr praktischen Fragen: Wie lange dauert der Eingriff, wie lange sind Blutergüsse sichtbar, wann werden die Nähte entfernt und wann kann man wieder zu den alltäglichen Aktivitäten zurückkehren? Nach einigen Minuten kommen wir jedoch fast immer auch auf die Angst zu sprechen, operiert auszusehen.

Ein natürliches Aussehen ist für mich einer der wichtigsten Ausgangspunkte bei der Planung einer Blepharoplastik. Bei den Lidern ist die Grenze zwischen einem erfrischten und einem veränderten Aussehen sehr sensibel. Wird zu viel Haut entfernt, kann der Blick zu offen oder erstaunt wirken. Wird zu viel Fett entfernt, kann die Augenpartie mit der Zeit leer und müde wirken. Wird die natürliche Lidfalte nicht respektiert, verliert das Ergebnis rasch an Glaubwürdigkeit.

In der Ordination sehe ich oft, dass Patientinnen und Patienten den Eingriff gerade wegen schlechter Beispiele, die sie anderswo gesehen haben, lange aufschieben. Sie fürchten nicht so sehr die Operation selbst, sondern die Möglichkeit, etwas von ihrem eigenen Ausdruck zu verlieren. Das wollen wir bei einer guten Blepharoplastik nicht. Das Ziel ist kein neues Gesicht, sondern ein erholterer Blick im selben Gesicht.

Weniger entfernen, mehr erhalten

Bei der Blepharoplastik folge ich immer stärker dem Grundsatz, dass weniger oft mehr ist. Das bedeutet nicht, dass wir zu wenig machen. Es bedeutet, nur das zu entfernen, was den Blick tatsächlich verdeckt, beschwert oder einen müden Ausdruck verleiht, und dabei jene Gewebe zu erhalten, die für die natürliche Funktion und das Aussehen des Lids wichtig sind.

Die Haut des Oberlids hat eine eigene Funktion. Wird zu viel davon entfernt, kann das Lid das Auge nach dem Eingriff schwerer normal bedecken. Das kann ein Gefühl trockener Augen, Spannungsgefühl oder Unbehagen verursachen. Daher achte ich bei der Planung nicht nur darauf, wie viel Haut überschüssig ist, sondern auch darauf, wie viel Haut bleiben muss, damit das Lid natürlich funktioniert.

Ähnliches gilt für das Fettgewebe rund um die Augen. Früher wurde bei der Blepharoplastik Fett häufig aggressiver entfernt. Kurzfristig konnte das Ergebnis deutlich sein, langfristig entstand bei manchen Menschen jedoch ein leerer, eingefallener Eindruck der Augen. Heute bin ich dabei wesentlich zurückhaltender. Ich erhalte das Fett oft lieber oder verteile es in bestimmten Fällen sinnvoll um, damit das Gesicht dort nicht an Volumen verliert, wo es dieses mit den Jahren ohnehin natürlich verliert.

Dieser Ansatz ist nicht weniger präzise, sondern durchdachter. Bei den Lidern wird das Ergebnis nicht nur danach beurteilt, wie es nach einigen Wochen aussieht. Wichtig ist auch, wie das Gesicht in fünf oder zehn Jahren altern wird. Ein zurückhaltender Eingriff altert in der Regel schöner mit dem Gesicht, während eine übermäßige Entfernung mit der Zeit häufiger auffällt.

Ein natürliches Ergebnis beginnt bei der Untersuchung

Ein natürliches Ergebnis beginnt nicht im Operationssaal. Es beginnt bei der Untersuchung, wenn ich versuche zu verstehen, was die Patientin oder den Patienten tatsächlich stört und was im Gesicht erhalten werden sollte. Bei manchen ist vor allem überschüssige Haut des Oberlids das Problem. Bei anderen kommt eine tiefere Stellung der Augenbrauen hinzu. Bei wieder anderen liegt eine Ptosis vor, bei der das Lid selbst abgesunken ist. Werden diese Unterschiede nicht erkannt, kann auch ein technisch gut durchgeführter Eingriff nicht das richtige Ergebnis bringen.

Bei der Untersuchung beurteile ich daher immer die Position der Augenbrauen, die Höhe der natürlichen Lidfalte, die Hautmenge, die Fülle des Ober- und Unterlids sowie die Art, wie sich die Augen bei entspanntem Gesicht öffnen. Mich interessiert auch, wie der Blick früher ausgesehen hat, weshalb alte Fotografien oft sehr hilfreich sind. Nicht, um das Gesicht in die Vergangenheit zurückzuversetzen, sondern um leichter zu erkennen, was für den Ausdruck der jeweiligen Person natürlich war.

Bei der Oberlid-Blepharoplastik entferne ich nur so viel Haut, wie für ein offeneres und erholteres Aussehen der Augen notwendig ist. Beim Unterlid achte ich besonders auf die Position des Unterlidrandes, weil dort jede Veränderung der Form rasch sichtbar wird. Wenn möglich, ist ein Vorgehen vorzuziehen, das die natürliche Stütze des Gewebes erhält und die Form des Auges nicht verändert.

Nach meiner Erfahrung entscheidet vor allem das Gleichgewicht über ein natürliches Ergebnis: wie viel Haut wir entfernen, wie viel Volumen wir erhalten, wo der Schnitt verläuft, wie hoch die Augenbraue steht, wie stark der Stirnmuskel ist und wie weit sich das Auge natürlicherweise öffnet. Einen allgemeinen Plan gibt es nicht. Bei jedem Gesicht muss neu beurteilt werden, was das müde Aussehen verbessert, ohne den Ausdruck zu verändern.

Wann es besser ist, weniger zu machen

Bei der Blepharoplastik sind Patientinnen und Patienten manchmal überrascht, wenn ich ihnen sage, dass ich nicht so viel Haut entfernen würde, wie sie sich vielleicht vorstellen. Der Grund ist keine unnötige Vorsicht, sondern Respekt vor der Anatomie. Wenn wir ein natürliches Ergebnis wollen, sollten wir nicht nach der größtmöglichen Veränderung streben, sondern nach der richtigen Veränderung.

Manchmal ist es besser, weniger Haut zu entfernen und einen weicheren Übergang zwischen Augenbraue und Lid zu erhalten. Manchmal ist es besser, Fett nicht zu entfernen, weil die Augenpartie ohne dieses älter wirken würde. Manchmal muss man zeigen, dass die Ursache des Problems nicht nur das Lid, sondern auch die Position der Augenbraue ist. Manchmal ist es sinnvoll, den Eingriff zurückhaltender zu planen, weil eine größere Veränderung im Gesicht unnatürlich wirken würde.

Besonders bei Patientinnen und Patienten, die sich ein sehr dramatisches Ergebnis wünschen, ist dieses Gespräch wichtig. Mich interessiert immer, was sie sich vorstellen, was sie an ihrem derzeitigen Aussehen stört, welches Ergebnis sie fürchten und welches Aussehen sie schön finden. Wenn ich diese Erwartungen mit der Anatomie des Gesichts verbinde, kann ich recht klar sagen, was erreichbar ist und wo ein Übermaß dem Ergebnis zu schaden beginnt.

Manchmal ergibt dieses Gespräch, dass eine Blepharoplastik sinnvoll ist. Manchmal, dass es besser ist zu warten. Manchmal zeigt sich jedoch, dass eine Person eine Veränderung erwartet, die mit einem Eingriff an den Lidern nicht auf natürliche Weise erreicht werden kann. Auch eine solche Schlussfolgerung ist ein gutes Ergebnis der Beratung, weil sie eine falsche Entscheidung verhindert.

Das Ziel einer Blepharoplastik ist nicht, dass das Gesicht nach dem Eingriff operiert wirkt, sondern dass der Blick wieder erholt, offen und entspannt wirkt. Das schönste Ergebnis ist oft jenes, bei dem das Umfeld nicht sagen kann, was sich verändert hat. Es bemerkt nur, dass Sie erholter aussehen und der Gesichtsausdruck unverändert bleibt.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein natürliches Ergebnis nach einer Blepharoplastik?

Warum sollte bei einer Blepharoplastik nicht zu viel Haut entfernt werden?

Wird bei einer Blepharoplastik immer auch Fett entfernt?

Kann eine Blepharoplastik die Form der Augen verändern?

Woher weiß ich, dass ich nach dem Eingriff nicht operiert aussehen werde?

Unterscheidet sich die moderne Blepharoplastik von früheren Verfahren?