Nazaj

Was wird bei einer Untersuchung wegen Glaskörpertrübungen überprüft?

Urša Pečjak, dr. med.

Urša Pečjak, dr. med.
Fachärztin für Augenheilkunde

482-3 min10. 03. 2026

TrübungenGlaskörper

Glaskörpertrübungen können sehr störend sein und das klare Sehen beeinträchtigen. Häufig sind sie Thema bei augenärztlichen Untersuchungen. Da sie nicht gefährlich sind, haben sich Augenärzte noch vor etwa einem Jahrzehnt kaum damit beschäftigt. Heute wissen wir jedoch, dass die erfolgreiche Entfernung solcher Veränderungen entscheidend für eine gute Sehqualität sein kann. Leider kann der Eingriff nicht bei allen Personen sicher und wirksam durchgeführt werden, die ihn sich wünschen. Vor einer Entscheidung sind daher ein Beratungsgespräch und eine Untersuchung des Augenhintergrunds notwendig. Welche Informationen sind dabei entscheidend und was muss bei der Untersuchung überprüft werden? Auf welcher Grundlage wird entschieden?

Ein ausführliches Gespräch ist sehr wichtig. Mich interessiert vor allem, wie lange die Trübungen bereits bestehen. Wie ich bereits mehrfach betont habe, ist es sinnvoll, nach dem ersten deutlicheren Auftreten der Veränderungen diese entstehen meist durch eine hintere Glaskörperabhebung etwa 4 bis 6 Monate zu warten, bevor ein Lasereingriff durchgeführt wird. Bei Personen, die in der Vergangenheit wiederholt wegen einer tiefen Augenentzündung (Uveitis) behandelt wurden, entscheide ich mich in der Regel gegen den Eingriff, da die Behandlung einen erneuten Entzündungsschub auslösen könnte. Vorsichtig bin ich auch bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck, da hier ein erhöhtes Risiko für einen vorübergehenden oder dauerhaften Anstieg des Augeninnendrucks besteht.

Ich messe immer die Sehschärfe und den Augeninnendruck. Bei erhöhtem Augeninnendruck bin ich hinsichtlich des Eingriffs besonders vorsichtig.

Anschließend führe ich eine gründliche Untersuchung des Auges bei erweiterter Pupille sowie eine Bildgebung des Augenhintergrunds durch. Dabei überprüfe ich die Anzahl, Größe und Lage der Trübungen im Auge. Mit dem Laser können in der Regel nur jene Veränderungen behandelt werden, die sich im zentralen Bereich des Glaskörpers befinden und für den Laserstrahl gut erreichbar sind. Außerdem müssen sie ausreichend weit von wichtigen Augenstrukturen wie der Augenlinse und der Netzhaut entfernt sein, die durch den Laserstrahl beschädigt werden könnten. Wenn die Veränderungen zu zahlreich sind, empfehle ich statt einer Laserbehandlung eher eine operative Entfernung mittels Vitrektomie.

Wichtig ist auch der Ursprung der Trübungen. Meist handelt es sich um altersbedingte Verdichtungen im Glaskörper, die den häufigsten Grund für eine Laser-Vitreolyse darstellen. Wenn die Verdichtungen jedoch infolge einer Augenentzündung entstanden sind, dürfen sie nicht mit dem Laser behandelt werden, da dies eine erneute Aktivierung der Entzündung verursachen könnte.

Es gibt außerdem zwei besondere Formen von Verdichtungen im Glaskörper, die nicht mit einer Vitreolyse entfernt werden können. Dabei handelt es sich um Synchysis scintillans (zahlreiche kleine Cholesterinkristalle, die nach Augenverletzungen, Blutungen oder Entzündungen entstehen können) sowie um die asteroidale Hyalose (Ansammlungen von Kalzium-Phosphat- und Lipidpartikeln, die mit dem Alter, aber auch mit Diabetes oder erhöhtem Cholesterinspiegel zusammenhängen können).

Nach einer solchen Untersuchung kann ich beurteilen, ob der Eingriff möglich, sinnvoll und sicher ist. Bevor ich ihn durchführe, erkläre ich dem Patienten immer, welchen Nutzen er erwarten kann und wo die Grenzen der Behandlung liegen. Wichtig ist zu wissen, dass mit dem Eingriff nicht alle Trübungen entfernt werden können, sondern nur die größeren und zentral gelegenen also jene, die in der Regel auch am störendsten sind. Meine Erfahrung zeigt, dass bei realistischen Erwartungen die Zufriedenheit auf beiden Seiten deutlich größer ist.