Wenn Patient:innen wegen brennender Augen, Tränenfluss oder eines unangenehmen Fremdkörpergefühls in die Ordination kommen, ist der erste Gedanke oft naheliegend: trockene Augen. Tropfen. Salben. Doch manchmal wird schnell klar, dass die Antwort nicht immer so einfach ist.
Als Augenärztin befinde ich mich gelegentlich in der Situation, die Diagnose bereits zu stellen, noch bevor die Patient:innen überhaupt Platz genommen haben. Schon beim Eintreten fallen mir Hautveränderungen im Gesicht oder an den Lidern auf Rötungen, erweiterte Äderchen, gereizte Haut. Häufig sind es Augenärzt:innen, die als Erste an Rosazea denken, da sich die Veränderungen oft zunächst an den Lidern oder rund um die Augen zeigen. Nicht selten handelt es sich sogar um eine okuläre Form der Rosazea ohne ausgeprägte Hautveränderungen im Gesicht.
Die okuläre Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die am häufigsten Menschen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr betrifft. Sie tritt häufiger bei Frauen auf, die Symptome können jedoch auch bei Männern sehr ausgeprägt sein. Veränderungen der Lidhaut führen zu chronischen Entzündungen, einer gestörten Funktion der Meibom-Drüsen und zu fortschreitenden Veränderungen der Lidkanten. Die Folge ist ein instabiler Tränenfilm, der das Trockene-Auge-Syndrom, häufige Gerstenkörner und in schweren Fällen auch ernsthafte Hornhautkomplikationen verursachen kann.
Täglich begegne ich in der Ordination Patient:innen, die seit Jahren nach Linderung suchen. Ich erinnere mich an einen Herrn, der mit stark entzündeten Lidern zu mir kam so gerötet, dass sie nahezu leuchteten. Bei der Untersuchung unter dem Spaltlampenmikroskop waren deutlich erweiterte Gefäße an den Lidkanten sichtbar, gereizte Haut mit kleinen Läsionen sowie ausgeprägte Schuppen, die hartnäckig an den Wimpern hafteten. Die Beschwerden bestanden bereits seit mehreren Jahren und hatten sich zuletzt weiter verschlechtert, auch aufgrund der Medikamente, die er wegen seines Glaukoms einnahm. Brennen und Juckreiz weckten ihn nachts immer wieder auf.
Er hatte zahlreiche Augentropfen und Salben ausprobiert. Die Erleichterung war stets nur vorübergehend, die Beschwerden kehrten rasch zurück. Obwohl keine ausgeprägten Hautveränderungen im Gesicht vorlagen, zeigten der Zustand der Lider und der Augenoberfläche eindeutig eine okuläre Rosazea. Aufgrund der Schwere der Symptome entschieden wir uns für einen ganzheitlichen Therapieansatz.
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung war die OptiLight-IPL-Methode. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der intensiven gepulsten Lichttherapie, die für die Behandlung der okulären Rosazea und des Trockenen Auges angepasst ist und für diese Indikationen auch von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wurde. OptiLight wirkt mit Lichtenergie einer bestimmten Wellenlänge, die erweiterte Gefäße verschließt und dadurch den Zustrom entzündlicher Mediatoren reduziert. Gleichzeitig hilft die Therapie, das bakterielle Gleichgewicht der Haut zu regulieren und die Population der Demodex-Milbe zu verringern, die bei Rosazea-Patient:innen häufig vermehrt auftritt.
Neben der Lichttherapie setzten wir auch ein systemisches Antibiotikum ein, das in der Rosazea-Behandlung Anwendung findet, und legten großen Wert auf die richtige Lidpflege. Unsere diplomierten Pflegekräfte zeigten dem Patienten die tägliche Lidrandhygiene, da diese einen der wichtigsten Schritte für die langfristige Stabilisierung der Feuchtigkeit der Augenoberfläche darstellt.
Die Ergebnisse waren beeindruckend. Bereits nach zwei Monaten war eine deutliche Besserung sichtbar. Die Rötung ging zurück, die Reizung verschwand und das nächtliche Aufwachen aufgrund der Augenbeschwerden gehörte der Vergangenheit an. Der Patient war begeistert vor allem aber erleichtert, weil er endlich die Ursache seiner Probleme verstand. Heute sorgt er selbst mit der richtigen Pflege für eine stabile Augenfeuchtigkeit und weiß, dass uns bei einer möglichen Verschlechterung eine wirksame Therapie zur Verfügung steht.
OptiLight IPL ist eine sichere, nicht-invasive und effektive Methode zur Behandlung der okulären Rosazea und des Trockenen Auges, insbesondere bei Patient:innen, bei denen klassische Ansätze nicht ausreichen. Sie kann allein oder in Kombination mit anderen Therapien und Anpassungen des Lebensstils eingesetzt werden. Als Ärztin schätze ich diese Methode besonders, weil sie nicht nur Symptome lindert, sondern die Ursache der Entzündung behandelt. Und genau das ist bei chronischen Augenerkrankungen langfristig entscheidend.
